Meine Freundin hat mir neulich in einem unserer Gespräche eine Theorie erklärt, wonach der Mensch in der Gesellschaft durch zwei Dinge charakterisiert wird: Durch seine Eigenschaften und durch die Rolle.
Eigenschaften wären z.B. wenn jemand toll zuhören kann. Eine Rolle wäre z.B. eine Mutter. Rollen sind aber meist von einem Gegenüber abhängig. So ist eine Frau nur durch ihre Kinder eine Mutter. Ohne Kinder könnte sie diese Rolle nicht ausfüllen.
Wir kamen auf diese Theorie, da sich unser Gespräch um meine männliche und weibliche Seite drehte und wann ich sie wie ausleben könnte. Meine Freundin erklärte mir mit dieser Theorie sehr anschaulich, warum es für sie eben nicht dasselbe ist, ob ich als Mann oder Frau angezogen mit ihr einkaufen oder essen gehe.
Der Unterschied liegt nicht in den Eigenschaften, die mich als Mensch ausmachen. Denn egal wie ich aussehe, meine Eigenschaften sind immer dieselben. Ich kann gut logisch denken, ich kann gut zuhören und ich bin sehr offen und ehrlich. Meine Rolle verändert sich aber in dem Moment, wo ich als Sarah angezogen mit meiner Freundin weggehe, fundamental. Ich bin nicht mehr ihr fester Freund, sondern ihre Freundin.
Meist ist es aber für sie wichtig, dass ich sie als ihr Freund begleite und nicht als eine Freundin. Sie findet Frauen nicht attraktiv, deswegen ändert sich für sie das Rollengefüge, während es für mich ähnlich bleibt. Denn Sarah steht weiterhin auf Frauen.
Diese theoretische Betrachtung ändert natürlich nichts an dem Problem, macht aber für mich die Diskussion darüber sehr viel einfacher.