16. Februar 2009

Nürnberg - Schlampenfestvorglühen

green scarf

In all den Jahren meines zelebrierten Transentums hatte ich es immer unterlassen, zum Schlampenfest nach Nürnberg zu fahren. Letztes Jahr entschied ich mich noch für Berlin, diesmal sollte es anders sein.

Die Decke fiel mir im Moment arbeitsbedingt ein wenig auf den Kopf und so entschloss ich mich am Donnerstag Abend kurzfristig zur Fahrt nach Nürnberg. Schnell noch ein Zimmer gebucht und nach der Arbeit noch ein Not-Shopping eingelegt – ich hatte ja nichts zum anziehen – und los ging es mit Tempo 300.

In Nürnberg angekommen habe ich mich dann, nach erreichen des Hotelzimmers, in aller Ruhe für den Vorglühabend im Cartoon fertig gemacht. Nachdem ich einige endlich mal persönlich kennen lernen durfte, bin ich mit Jula noch um's Eck in eine kleine Disco gezogen, wo mich meine Jugend einholen sollte.

Killing in the name

Die Musik war zwar gut, aber wir waren die einzigen beiden Transen in dem Schuppen, was meinen Mut zum Tanzen nicht unbedingt anschwellen ließ. Irgendwann überkam es uns aber doch beide und wir tanzten mit.

Zwei oder drei Lieder später kam es dann: „Killing in the name“ von Rage Against the Machine. Eines dieser Lieder aus der Schulzeit, wo man den ganzen Hass herausschreien konnte und auf der Klassenfete wild durch die Aula getobt ist. Da war es wieder. 10 Jahre später. Ein anderes Selbstbild. Ein gänzlich anderes Aussehen, nur die Haare waren gleich lang.

Wirklich bewusst geworden ist mir diese Diskrepanz zwischen den Situationen erst, als ich eine kurze Pause machte. Es ratterte in meinem Kopf. Musik lässt mich Situationen besser erinnern, wie Gerüche. In diesem einen Augenblick wurde mir – konzentriet wie Wasabi – klar, wie sehr ich mich seit damals verändert hatte. Und ich fand es gut!

After shopping

Shoppen

Nach einem leckeren Frühstück war es Zeit für eine weitere, wenn auch überfälligere, Premiere: als Sarah shoppen gehen.

Wie oft wurde ich als Mann in der BiB-Abteilung von H&M schon komisch angeschaut, wie oft habe ich mich nicht getraut als Mann Frauenklamotten anzuprobieren?

Nun war zumindest dieses Problem weg, ich war als Frau unterwegs, da konnte ich so viele Klamotten anprobieren wie ich wollte. Ich habe keinen Moment gezögert als Sarah tagsüber aus dem Hotel zu gehen.

Mein Adrenalinspiegel war kein bisschen erhöht; das war das bemerkenswerteste an der Situation. Manche schauten verwundert, aber dem Großteil der Leute war es glaube ich schlichtweg egal.

Ein Oberteil, eine Sonnenbrille und viele Schminkutensilien später kehrte ich leider zu spärlich bepackt wieder ins Hotel zurück. Eigentlich suchte ich ja noch einen Mantel, aber in Größe 48-50 ist es schwerer als frau denkt keine Säcke angeboten zu bekommen.

Demnächst hier mehr von der eigentlichen Party :-)