15. März 2009

Traumwelt?

Before

Die Geschichte beginnt ruhig. Ich liege im Bett und bin gerade im Begriff einzuschlafen. Diese Phase wo man noch ein wenig Körper und noch nicht ganz Geist ist. Zwischen den Welten.

Auf einmal schießt mir ein Bild durch den Kopf. Ich stehe vor der Tür meiner Eltern und klingele. Allein das ist, ob unseres in letzter Zeit schlechten Verhältnisses, etwas Verwunderliches. Aber es kommt noch besser; ich stehe als Sarah vor der Tür meiner Eltern, die bis dato noch nicht einmal von ihr ahnten.

Rückblende

Am 23. Dezember 2004 schrieb ich:

[…]Irgendwie kamen wir auf meine Eltern zu sprechen, mit denen ich mich im Moment nicht sehr gut verstehe. Meine Eltern sind relativ konservativ, was „andersartige“ Menschen angeht. Für meinen Vater sind Schwule schon fast Aussetzige, Männer die im Rock durch die Gegend laufen direkt schwul. Er würde denken er hätte irgendwas in seiner Erziehung falsch gemacht, wenn ich ihm von mir erzählen würde. Was meine Mutter sagen würde? Keine Ahnung, aber ich glaube es würde in die gleiche Richtung gehen, deswegen werde ich auch das nicht ausprobieren. Feige?

Auf jeden Fall sagte meine Schwiegermama zu mir: „Schade eigentlich, dass deinem Vater so viel von dir verloren geht.“ An diesem Satz habe ich zu knabbern. Weil es stimmt, was sie sagt. Es ist ein großer Teil von mir. Und er ahnt noch nicht einmal etwas davon. […]

Zum Originalbeitrag

Innere Stimme

Zwischen dem Traum und einer Autofahrt als Sarah zu meinen Eltern verging knapp eine Woche. Ich war aufgeregt, hatte kalte Hände, trotz Stulpen. Was würden sie sagen? Wie würden sie reagieren? Das hatte der Traum offen gelassen. Aber ich war überzeugt davon, dass meine innere Stimme Recht hatte; ich tat das Richtige. Das klingt vielleicht esotherisch, aber das ist mir egal.

Ich bog in die Straße, wo meine Eltern wohnen. Stellte mechanisch das Auto ab und atmete tief durch. Ich klingelte. Mein Vater machte auf und meine Aufregung war weg. Ich genoss den fragenden Ausdruck auf seinem Gesicht kurz, um „Hallo, ich bin's.“ zu sagen. Ich glaube erst da erkannte er mich. Ich ging an ihm vorbei ins Wohnzimmer zu meiner Mutter, die, als sie mich sah, fast das gleiche Gesicht machte.

Gruppenbild mit Dame

Viele Fragen, Antworten und Erklärungen später wurde die Stimmung lockerer. Ich erkannte, dass es mir wichtig gewesen war, dass meine Eltern ihre einzige Tochter kennen lernen konnten. Es fiel mir ein Stein vom Herzen. Ich konnte ihnen trotz, oder gerade weil ich als Sarah dort war, so offen wie lange nicht mehr gegenüber treten.

Diese Stimmung übertrug sich scheinbar auf meine Eltern, denn wir plauschten immer mehr. Irgendwann vererbte meine Mutter mir eine alte Kette meiner Oma weiter, was ich als Zeichen ihrer Akzeptanz werte. Zum Schluss machten wir noch ein Gruppenfoto, wo wir alle ziemlich glücklich aussehen.

Fazit

Ich habe gut daran getan auf meinen Traum zu hören. Meine Eltern sind offener, als ich dachte und meine Offenheit hat mir viel Last von der Seele gespült.