27. Dezember 2009

Nachtrag I: Oben

On the way out...

Ende Oktober wollten mein Bruder und ich ins Kino gehen und den Film „Oben“ schauen. Nun hatte ich an dem Abend Lust als Sarah dorthin zukommen und er hatte nichts dagegen. Seine Freundin war auch mit von der Partie, das einzige „Problem“ bestand darin, dass sie mich beide noch nicht als Frau zu Gesicht bekommen hatten.

Der Hinweg mit der Bahn war herrlich unspektakulär. Ein paar Blicke, mehr nicht. Kein erhöhter Puls. Auf dem Weg zum Cinedom dann ein oder zwei Gedanken, wie mein Bruder reagieren würde, die ich aber schnell ad acta legte. Er erkannte mich sofort in der Menge und es ging hinein. Für Köln-Unkundige: das Cinedom ist Kölns größtes Lichtspielhaus mit etwas über 2000 Plätzen in ca. 10 Kinos.

Um es kurz zu machen: Viele haben komisch geschaut, aber ansonsten war es einfach so, als ob ich als Typ da wäre, außer, dass ich aufs Frauenklo gegangen bin. Es war schön!

Nachtrag II: Weihnachten

OMG, it's Christmas

Relativ spontan – in Absprache mit allen Familienmitgliedern – bin ich am 2. Weihnachtsfeiertag als Sarah zu meinen Eltern gefahren. Meine Brüder nebst Freundinnen waren auch dort. Es gab das, was es bei allen Familien an Weihnachten gibt: Viel Essen, zwischendurch spazieren gehen und dann nett beisammen sitzen.

Ja, ihr habt richtig gelesen: „spazieren gehen“. Selbst als wir den direkten Nachbarn in die Arme gerannt sind, hat das meine Eltern nur wenig gejuckt. Anmerkung: unser Dorf hat ca. 400 Einwohner.

Oder das Thema Verwandtschaft: Meine Eltern haben es großzügig herumerzählt. Wie viele es mittlerweile genau wissen, weiß ich gar nicht.
Mein Trandgender-Sein ist mittlerweile das, was ich immer gehofft hatte: annähernd Normalität!